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Wagen statt klagen

Pünktlich zum Wiederanspringen der Konjunktur soll der jüngste Bauabschnitt fertig sein.

Dabei ist genau genommen alles jung bei CTS am Parallelhafen in Neuenkamp. 2007 hat Cremerius-Transport-Service dort auf einem Gelände in unmittelbarer Rheinnähe mit dem Bau eines Lagers begonnen. 26 000 Quadratmeter Hafengelände hatte sich das Unternehmen mit Blick auf Expansion gesichert, drei Jahre später ist das Gelände bis auf die letzte Ecke mit Lagerflächen ausgenutzt.

12 500 qm Hallen sind entstanden, ein 6000 qm großes Freilager mit drei Krananlagen geht zur Zeit der Fertigstellung entgegen. „Damit ist das Grundstück erschöpft und ich auch“, lacht Cremerius: „Wir haben 18 Monate hinter uns, die sehr anspruchsvoll waren“, umschreibt er das Krisengeschehen, das auch CTS zur Kurzarbeit zwang. Jetzt aber sei, so der Geschäftsführende Gesellschafter, fast wieder die Vollbeschäftigung erreicht.

Stahl-Logistik ist der Kern des CTS-Geschäfts. Diese Woche lief unter anderem die „Lianne“, 80 Meter lang, Heimathafen St. Johns auf Antigua, die Anlegestelle über dem weit übers Wasser ragenden Hallendach an. Mit Stahl an Bord, der am Parallelhafen zwischengelagert, eventuell bearbeitet oder verpackt, dann über die Schiene oder über die Straße zum Endabnehmer weitertransportiert wird. Solche Küstenmotorschiffe können – je nach Pegelstand – bis zu 4000 Tonnen laden.

Der Stahl selbst kann aus deutschen Werken kommen oder auch aus russischen, Abnehmer sind Autozulieferer wie Maschinenbauer. Und wenn’s beim Weitertransport über die Weltmeere gehen soll, werden Brammen und Blöcke in Containern so fachmännisch verstaut, dass auch bei hohem Wellengang nichts auch nur einen Millimeter verrutscht.

50 000 Tonnen Stahlprodukte können in den CTS-Hallen gelagert werden, weitere 20 000 Tonnen demnächst unter freiem Himmel. Die Hallen schützen nicht nur vor Regen und Schnee, sondern sind auch geheizt. Bei 8 bis 10 Grad im Winter wird verhindert, dass rostfördernde Feuchtigkeit entsteht.

Auch Hochwasser ist kein Thema bei CTS. Das gesamte Gelände in Blickweite des Rheins wurde und wird auf ein Niveau gebracht, das noch 30 Zentimeter über dem höchsten Hochwasser der letzten 100 Jahre liegt.

36 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen am Parallelhafen, mit zehn weiteren Arbeitsplätzen rechnet Cremerius, wenn die letzte Erweiterung in Betrieb genommen wird. Neun Mio Euro wurden in den ersten Bauabschnitt investiert, sechs Mio in den aktuellen.

Unter anderem in mächtige Fundamente im schrägen Ufer des Parallelhafenbeckens. 40 Tonnen kann jeder der drei Kräne 22 Meter übers Wasser hieven, 20 Tonnen wiegt das Gerät selbst – wer’s kann, kann berechnen, auf welche Last ein Fundament ausgelegt werden muss.



Autor: Willi Mohrs
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Sommer 2009: Die weltweite Krise hat die Stahlbranche voll getroffen. Die Produktion wird gedrosselt, Hochöfen erlöschen, Produktion und Handel klagen, Rainer Cremerius entscheidet sich fürs Wagen, setzt auf Erweiterung seines Stahllagers.